Mechanical LFOs

Mich interessieren schon lange die vielfältigen, geradezu wilden Möglichkeiten, die selbst entworfene musikalische Controller und Eingabegeräte eröffnen. Musik und Klang werden anders gestalt- und erlebbar; Computer und stoffliche Welt finden Schnittstellen. Die Plattformen Arduino/Teensy auf der Hardware- und Ableton Live/Max4Live auf der Software-Seite stellen dazu ein fantastisches Handwerkszeug dar, das gleichzeitig relativ schnelle Ergebnisse ermöglicht, aber auch riesige teschnisch-kreative Tiefe und Komplexität bieten kann. 

Als Auszug aus meinen jüngeren Experimenten und Studien möchte ich hier eine kleine Reihe mit dem Titel "Mechanische Oszillatoren als LFOs in Elektronischer Musik" vorstellen. Nach einer Einführung in die Grundidee und den allgemeinen technischen Rahmen gehe ich auf einzelne Anwendungen genauer ein, anhand von Erläuterungen, Quellcode und Klangbeispielen.

1. Idee

Der Titel verrät es bereits: Hier geht es um LFOs, also um Oszillatoren, die üblicherweise zur periodischen Modulation klanglicher Parameter an Synthesizer-Instrumenten implementiert werden. Dabei handelt es sich traditionell um einen in den Synthesizer (oder in die Software) integrierten, also elektronisch bzw. virtuell schwingenden Oszillator. Dieser kann zwar seinerseits -je nach Ausführung- in den verschiedensten Parametern eingestellt und wiederum selbst moduliert werden (z.B. durch eine Hüllkurve), allen gängigen LFO-Anwendungen ist jedoch eines gemein: Wir haben es stets mit einem Oszillator zu tun, dessen Frequenz wir mit einem Regler bestimmen, auf dessen Momentanwerte, also seine Auslenkung, uns die Benutzeroberfläche normalerweise allerdings keinen unmittelbaren Zugriff gewährt.

Ich habe mich deshalb einiger einfacher mechanischer Oszillatoren bedient (Fadenpendel, Federpendel, Rotation) und deren Schwingung mittels eines Teensy-Microcontrollers und der Programmiersprache Max4Live in der DAW Ableton Live nutzbar gemacht. Bei diesen Oszillatoren stellt man nicht einfach die Frequenz ein und sie laufen - man muss sie drehen oder anstoßen, kann sie bremsen und, ganz entscheidend, sie sind gedämpft, werden also mit der Zeit eine immer schwächer werdende Amplitude und/oder Frequenz zeigen und schließlich die (mess- und verwertbare) Schwingung einstellen.

 

Das Ganze ist ausdrücklich eine Studie.

2. Technik

Ungeachtet der einzelnen Sensoren und der musikalischen Nutzung der gewonnenen Signale basieren alle hier vorgestellten Oszillatoren auf den gleichen technischen Elementen: Ein PJRC Teensy 4.0 digitalisiert die gemessenen Werte, bereitet sie auf und leitet sie per USB-Kabel über die Serielle Schnittstelle an den Computer, wo sie von einem Max4Live-Patch, wiederum leicht bearbeitet, zum mapping in Ableton Live zur Verfügung gestellt werden.

FEDERPENDEL

Beschreibung folgt

FADENPENDEL

Beschreibung folgt

DREHSCHEIBE

Beschreibung folgt